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Sicherheitsschuhe S1 und was das bedeutet

Sicherheit kann immer nur relativ sein, das weiß jeder. Aber: Sie kann durch bestimmte Maßnahmen erhöht werden, um die Risiken zu minimieren. Dies gilt im besonderen Maße im Berufsleben, wo man Unfallschutz aus gegebenem Anlass wichtig nehmen muss. Wo man mit ätzenden Chemikalien, rutschigen Böden, Kälte oder Hitze, schweren Gewichten, rangierenden Fahrzeugen, heißen Flüssigkeiten oder offenem Feuer konfrontiert ist, müssen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter ergriffen werden.

Sicherheit am Fuß: Sicherheitsschuhe S1

Menschen und Dinge sind nicht immer berechenbar. Seile reißen, Stahlträger rutschen aus den Befestigungsschlaufen, Trossen brechen, Fässer kippen um oder ein nahender Gabelstapler wird nicht rechtzeitig bemerkt. Wer nicht die richtige Schutzbekleidung trägt, hat keine Chance, ohne Verletzungen davon zu kommen. Deswegen sind in bestimmten Tätigkeitsbereichen Schutzbekleidungen und Helme vorgeschrieben. Den Fuß schützen Sicherheitsschuhe verschiedener Klassen. Die Sicherheitsklassen für Schuhe regulieren, welche Ausstattung ein Schuh hat. Sie werden unterschieden in die Grundausstattung der Klasse SB sowie in die Sicherheits-Klassen S1, S2, S3 und S 4. Schuhe der Klasse S1 besitzen alle Eigenschaften der Grundausstattung – also eine metallene oder aus Kunststoff angefertigte Schutzkappe im Zehenbereich – plus die Zusatzanforderungen A, FO und E. Mit diesen Buchstaben werden bestimmte Eigenschaften von Sicherheitsschuhen gekennzeichnet. A bezeichnet die antistatische Ausrüstung. MIT FO kennzeichnet man eine Sohle, die gegen Öl und Benzin resistent ist, sich also bei Kontakt mit diesen Stoffen nicht auflöst. E steht für eine erhöhte Energieaufnahme im Bereich der Ferse. Diese Vorschriften kann man der "Berufsgenossenschaftlichen Regel für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" entnehmen.

Was alles passieren kann

Im Berufsalltag geht meistens alles glatt. Man weiß, was passieren kann, wenn man bestimmte Dinge tut oder unterlässt. Achtsamkeit senkt die Unfallquote – aber trotzdem passieren Unfälle. Materialien können ermüden, Paletten schlecht gepackt sein, Stahlträger nicht vorschriftsmäßig gesichert sein. Auch dickste Trossen können reißen. Eine Abfüllmaschine kann defekt sein und heiße Dämpfe im Fußbereich ablassen. Man kann beim Abriss eines Hauses unvermittelt in einen rostigen Nagel treten. Heißes Fett kann sich durch einen defekten Bräter auf den Boden ergießen. Hätte man nicht seine Sicherheitsschuhe angehabt, wäre man all dem schutzlos ausgeliefert gewesen. Man kann verstehen, dass man die unförmigen Modelle von einst nicht gerne trug. Heute gibt es angesichts des breiten und modisch aktuellen Sortiments keine Argumente mehr, Sicherheitsschuhe nicht zu tragen. Unter den Sicherheitsschuhen der Klasse S1 finden sich topmodische Sneaker, die an Baseballschuhe erinnern, Herrenschuhe mit Stahlkappe, die zum Anzug passen oder sportlich aussehende Trekkingboots mit Zusatzausrüstungen. Die modische Variationsbreite konnte entstehen, weil man heute flexiblere und leichtere Materialien verwenden kann, um den gleichen Sicherheitsstandard zu gewährleisten. So werden leichte Kunststoffe als Schutzkappe verwendet und belastungsfähige Materialien wie Kevlar als durchtrittssichere Zwischensohle eingebaut. Modische Kompromisse muss niemand mehr fürchten. Moderne Sicherheitsschuhe S1 können klasse aussehen.

Das Versicherungsproblem

Wer trotz aller Vorschriften am Arbeitsort seine Sicherheitsschuhe S1 nicht trägt und zu Schaden kommt, verliert in den meisten Fällen automatisch seine Versicherungsleistungen. Unfälle außerhalb des Arbeitsorts werden allerdings anders behandelt.

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