Genuss
Das Leben ist schön, wenn man es genießt. Das weiß eigentlich jeder und doch trifft man auf eine Vielzahl von Menschen, die ihr Leben zu einem stresserfüllten, ungemütlichen Ort gestalten.
Erwiesenermaßen haben Menschen, die häufig positive Emotionen (auf deutsch Genuss oder auch Freude) haben, eine besser Gesundheit als Menschen, die sich häufig ärgern, diesen Ärger in sich reinfressen, gar ihre unangenehmen Lebensumstände auf äußere Begebenheiten begründen.
Ein so einfacher, wie auch wirksamer Ansatz, da für Besserung zu sorgen, liegt im Genusstraining. Gezielt werden dabei kleine, aber umso angenehmere Wahrnehmungen aufgesucht, die daraufhin in aller Ruhe genossen werden.
Zuallerst sollte man die 5 Genussregeln kennen:
- Genuss braucht die volle Aufmerksamkeit. Was wir mal schnell so nebenher machen, bekommt nur unsere halbe Aufmerksamkeit, können wir wenn überhaupt auch nur zur Hälfte genießen. Erst wenn wir uns ganz auf eine Wahrnehmung einlassen, beginnen wir zu genießen.
- Genuss braucht Zeit. Erst nach und nach können wir unsere ganze Aufmerksamkeit einer Sache widmen. Erst langsam findet der Organismus zu Ruhe und die Gedanken hören auf, in der Gegend herum zu schweifen.
- Genuss kennt keine Tabus. Kommt aus dem Hinterkopf die böse Stimme: “Darf ich das überhaupt?!”, “ist das nicht eigentlich verboten?!”, dann sind wir nicht mehr bei der schönen Sache und können nicht mehr genießen. Wenn wir uns also bewusst für eine kurze Weile des Genusses entscheiden, so erlauben wir es uns von ganzem Herzen und kennen keine Tabus.
- Jeder geniesst anders: Schau nicht darauf, was anderen gut tut (oder lasse Dich nur ein wenig davon inspirieren), sondern entdecke Deine eigenen Genussreservate: Erinnere Dich an den Ort, die Zeit und die Begebenheit, an der Du zuletzt so richtig genossen hast. Sobald es dir eingefallen ist, weißt Du Bescheid.
- Weniger ist mehr. Ein Stück Schokolade ist manchmal leckerer als die ganze Tafel. Wir können unsere Lust-Aufmerksamkeit besser fokussieren, wenn wir uns nicht mit Masse vollhauen. Das gilt sowohl für Schokolade, als auch für ein nicht unendlich andauerndes heißes Bad oder auch Sexualität.
Das eigentliche Genusstraining
Es geht mit der inneren Frage los: “Was ist jetzt für mich wichtig, um richtig genießen zu können?” Oder alternativ: “Was brauche ich jetzt zum richtigen Genießen”. Mit dieser Frage kannst Du Dich ruhig einige Minuten beschäftigen. Dann gehst Du durch Deine Wohnung, versuchst dabei mit den Augen eines Kindes auf die Welt zu blicken. Du schaust Dir all die kleinen und größeren Gegenstände an und ertastest sie in aller Ruhe. Wie schmecken sie denn wohl, kann Du Dich auch fragen. Nimm einen Gegenstand hoch und streife ihn an Deiner Wangenhaut. Schließe die Augen, um all das taktil feststellen zu können, was Dir mit offenen Augen verwehrt bleibt. Vielleicht hast Du auch ein Stück Schokolade im Haus, das Du in aller Seelenruhe vernaschen möchtest. Hast Du einmal verstanden, worum es geht, bist Du ein Genussexperte. Nun geht es nur noch darum, Dir selbst diese Momente zu gönnen. Sei Dir gewiss und vergewissere Dich beim Genießen auch gern nochmal, dass Du es wert bist, genau jetzt und genau diesen einmaligen Genuss zu erleben.
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